Mittwoch, 28. September 2016

Unter Freunden

Samstag nachmittag in Vorpommern, im Schatten einiger Windräder: die Ullmax Radsporttage gehen los, ich bin für Velox Berlin am Start. Das zweitägige Event findet jedes Jahr im September in Loitz bei Greifswald statt. Die HSG Uni Greifswald organisiert am Samstag ein Zeitfahren und am Sonntag ein Rundstreckenrennen, bzw. Kriterium. Beide Rennen zusammengenommen gehen in eine Omniumwertung ein. Dabei fahren Lizenzfahrer und Hobbysportler jeweils ihre eigenen Rennen – im Gegensatz zum allgemeinen Trend der Jedermannrennen. Wie schon letztes Jahr sind auch diesmal Tobias Tetzlaff und seine Freundin Rebecca Sadowsky zu Besuch. Während Tobias das Lizenzrennen für das Team Embrace the World in Angriff nimmt, hält Rebecca alles auf der Kamera fest.

Zunächst geht es am Samstag zum Einzelzeitfahren nach Dersekow. Die Startzeit ist sehr studentenfreundlich um 16 Uhr. Demnach gehe ich tiefenentspannt an die Startlinie. Leider weht ein für Norddeutschland typischer strammer Wind. Somit muss ich die ganzen 14 Kilometer kämpfen, um das Rad gerade zu halten. Schlussendlich reicht es nur für den 5. Platz im ungleichen Kampf –  ich auf dem Straßenrad gegen die Konkurrenz auf Zeitfahrrädern.


Zuvor hat sich Tobias mit einer fulminanten Energieleistung den 7. Platz gesichert und das gegen die Konkurrenz aus dem ganzen Bundesgebiet. Allerdings sind wir beide danach so am Ende, dass wir das coole Paarzeitfahren in der Dämmerung sausen lassen. Sei es drum! Es gibt genug zu erzählen, schließlich haben wir uns seit dem Frühjahr nicht gesehen und sind schon als Teenager gemeinsam in ganz Deutschland von Radrennen zu Radrennen getingelt.


Nun ist es Sonntagmittag und ich war wohl noch nie so pünktlich zu einem Radrennen, wie heute in Loitz. Aber wir sind zu viert. Rebecca möchte gern Fotos vom Fixed Kriterium machen, das zum ersten Mal bei den Ullmax Radsporttagen ausgetragen wird. Während also Tobias und ich uns warmfahren und über Material philosophieren, sind Rebecca und meine Freundin fleißig am Fotografieren.


Tobias muss zuerst an die Startlinie und darf vorlegen. Und es geht spektakulär zur Sache! Tobias hat mit dem Wind zu kämpfen und der starken Konkurrenz – als Einzelstarter gegen mehrere Teams. Immer wieder versuchen sich einzelne Fahrer abzusetzen, aber Tobias fährt aktiv und clever mit. Schließlich bildet sich 12 Runden vor Schluss die entscheidende Gruppe und er stößt im letzten Moment dazu. In der vorletzten Sprintwertung kann Tobias die ersten Punkte einsammeln. Somit muss er den Schlussspurt für sich entscheiden, um sich einen Platz auf dem Podium zu sichern. Er packt es dann auch und wird so 2. in der Tageswertung.



Nun muss ich aber nachlegen! Schließlich gilt es das Rundstreckenrennen der Hobbyklasse zu gewinnen – will ich mir die Chance auf einen Podiumsplatz in der Omniumwertung erhalten. Außerdem feuert mich ja meine Freundin an, es muss also klappen! Der Kurs führt über 2,4 flache Kilometer rund ums Solarfeld und muss 16 Mal absolviert werden. Wie schon am Samstag ist das Starterfeld überschaubar, aber qualitativ stark besetzt.



Schon nach wenigen Runden kann ich mich mit einem weiteren Fahrer, Maik Möller, absetzen. Wir harmonieren gut, wobei ich den Löwenanteil der Führungsarbeit übernehme. Im Gegenzug verspricht mein Fluchtgefährte mir den Sieg zu überlassen. Zwei Runden vor Schluss können wir die anderen Fahrer vor uns sehen - wir haben damit fast 4 Minuten Vorsprung herausgefahren. Wir sehen aber davon ab auf das Feld aufzufahren und lassen es die letzten beiden Runden gemütlicher angehen.


Schließlich lässt mich Maik den Showsprint gewinnen. Somit kann ich mir den Tagessieg sichern und zum zweiten Mal in Folge das Rundstreckenrennen in Loitz gewinnen. Am Ende belege ich in der Omniumwertung Platz 2 hinter Maik, der mich im entscheidenden Zeitfahren um wenige Sekunden geschlagen hatte. Dritter wird Jan Miltzow (HSG Uni Greifswald). 



Tobias schafft auch noch den Sprung auf das Podium und wird Gesamtdritter in der Lizenzklasse. Somit sammelt er einen weiteren Podestplatz für das Team Embrace the World – ein tolles Projekt, das die Welt durch Radfahren ein wenig verbessern will. Mein Dank gilt hier auch der HSG Uni Greifswald, die eines der wenigen Radrennen hier in Mecklenburg Vorpommern organisiert. Besonders schön ist es, dass es neben den getrennten Veranstaltungen für Hobbyfahrer und Lizenzfahrer auch ein Kriterium für Fixies gab. Dank dessen haben noch etwas mehr Zuschauer und Teilnehmer den Weg nach Loitz auf sich genommen. Hoffentlich finden nächstes Jahr noch mehr von euch den Weg in den Norden und wir können dann gemeinsam die Reifen qualmen lassen!



Ein großes Dankeschön an Rebecca Sadowsky für die tollen Fotos!

Velox Berlin

Team Embrace The World Cycling

Montag, 5. September 2016

Pictures of the month 1



Foto: Jens-Ole Tietje

Foto: Norbert Röstel (Velox Berlin)

Foto: Norbert Röstel (Velox Berlin)

Foto: Susanne Triesch

Foto: Rebecca Sadowsky

Foto: Rebecca Sadowsky

Dienstag, 30. August 2016

Die eierlegende Wollmilchsau auf zwei Rädern

Heutzutage gibt es für jeden Einsatzzweck ein spezielles Rad – ob nun klassisches Rennrad, Endurance Bike, Cyclocrossrad oder Gravelbike. Einige von uns besitzen gleich mehrere davon, um das ganze Jahr über sowohl auf der Straße als auch im Gelände unterwegs zu sein. Was macht man nun aber, wenn man Anfänger ist, gerne ein Rad für alles hätte und zudem nur ein sehr limitiertes Budget hat?

Eine gute Freundin hatte ich mittlerweile soweit motiviert, auch mit dem Radfahren anzufangen. Ihre Vorgaben für das erste Rad waren einfach: Sie wollte sowohl auf der Straße als auch im Gelände sportlich fahren. Zudem sollte das Fahrrad auch für Radtouren geeignet sein – bei Bedarf also mit Gepäckträger und Schutzblechen ausgestattet werden können. Natürlich sollte sie ein möglich hochwertiges und langlebiges Rad bekommen, für nicht mehr als 1000 Euro.

Somit war klar, dass es ein Allroad Bike, bzw. Gravelgrinder, mit mechanischen Scheibenbremsen und sportlicher Komfortgeometrie werden würde. Hier gibt es nur wenige Marken, die in diesem Preissegment ein hochwertiges Rad anbieten. Planet X bot das beste Preis-Leistungsverhältnis mit seinem London Road Model. Auf der Homepage wird es als Do It All Commuter beschrieben. Auch wenn dies vielleicht etwas hoch gegriffen ist, beschreibt es die Eigenschaften doch recht zutreffend. Ein Rad mit dem man schnell auf der Straße, spielend durchs Gelände und bequem auf Radtouren unterwegs ist. Die Komplettbikes sind schon zum Hammerpreis zwischen 1000 und 1200 Euro je nach Ausstattung zu haben. Wir stellten aber fest, dass es noch günstiger geht wenn man das Rahmenset im Angebot für ca 200 Euro kauft und es selber aufbaut. Hierbei konnten wir glücklicherweise auf einige Komponenten aus meinem über die Jahre angehäuften Vorrat zurückgreifen. Am Ende kostete das gesamte Rad dadurch nur 810 Euro, inklusive Pedale, Flaschenhalter und Computer. Dabei war es keineswegs schlechter ausgestattet als die Komplettbikes und natürlich ein Einzelstück. Aber seht selbst – hier ist die komplette Liste aller Einzelkomponenten.

Rahmenset: Planet X London Road (Blue Dragon) 217,00 Euro
Rahmenmaterial: Aluminum 6061, Gabelmaterial: Aluschaft und Carbongabelbeine
Steuersatz: FSA Orbit Carbon 49,90 Euro
Cable Guide: 5 Euro
Umwerferklemme: KCNC Red 10,90 Euro
Schaltwerk: Shimano 105 5700 25,00 Euro (bzw. Shimano Dura Ace 7900 kostenlos)
Umwerfer: Shimano Dura Ace 7800 kostenlos
Schalt-Bremsgriffe: Shimano Dura Ace 7800 kostenlos
Bremsen: Avid BB7 99,80 Euro
Kassette: Shimano Ultegra 6600 14-27 kostenlos
Kette: Shimano Ultegra 6700 19,00 Euro
Laufräder: Ambrosio Varo Disk 130,90 Euro
Reifen: Ritchey Comp Speedmax 29,80 Euro
Kurbel: Shimano 105 5700 64,70 Euro
Kettenblätter: Rotor Non Q Rings 50, 34 kostenlos
Innenlager: KCNC Red kostenlos
Lenker: Pro LT compact 31,8 26,90 Euro
Vorbau: KCNC Fly Ride 29,90 Euro
Lenkerband: Planet X Contrast Stitch 15 Euro
Sattel: Brooks B17 Geschenk
Sattelstütze: Rose Xtreme kostenlos
Bowdenzüge: Jagwire 26,90 Euro
Sticker, Schutzfolie, Rahmenschützer: 23,90 Euro
Pedale: Shimano XT dual use kostenlos
Flaschenhalter: New Ultimate kostenlos
Computer: Polar kostenlos

Und nun einige Impressionen des Aufbaus.

Frisch aus dem Karton
Montage des Steuersatzes und der Gabel

Kürzen des Alugabelschaftes mit Syntace Speed Cuter

Ausreichend Spacer für spätere Anpassungen
Montage des Innenlager mit reichlich Fett
Trotz Blut, Schweiß und Tränen – Passt!

Montage der Bremsscheiben - gleichmäßiges Drehmoment beachten.

Gepimptes Dura Ace Schaltwerk.

Montage des Umwerfers an passende KCNC Schelle in rot.

Eine Lage Krepppapier und Montagepaste gleichen Toleranzen aus.

Bei der Montage und Einstellung der Bremsen ist Geduld und Fingerspitzengefühl gefragt.

Das Verlegen und Ablängen der Bowdenzüge ist dagegen kinderleicht.

Das Endergebnis kann sich sehen lassen! 9,4kg Gesamtgewicht.

Anhand dieses Custom Bikes zeigt sich, dass es sich lohnen kann, ein Rad selbst aufzubauen. Hersteller wie Planet X bieten Rahmensets im Sale z.T. zu atemberaubenden Preisen an – vom Zeitfahrrad bis hin zum Titanium Crosser. Wenn man dann noch Teile herumliegen hat, wie in unserem Fall Schaltungskomponenten und Anbauteile, kann man richtig Geld sparen. Dieses kann man dann in Tuningteile investieren. Hier empfiehlt es sich hauptsächlich bei einer Marke zu bleiben, dann sieht das Bike am Ende aus wie aus einem Guss, auch beim Farbton. KCNC hat hier vielleicht das breiteste Angebot, von ganzen Komponenten bis zu Kleinteilen und Schrauben. Zudem sind die Teile sehr leicht und haben ein richtig gutes Preis-LeistungsVerhältnis. Wir haben hier fast ausschließlich die Produkte aus der günstigen Reihe von KCNC gewählt. Bei den Schaltungskompetenten hat es sich wieder mal gezeigt, dass sich viele Shimano 10fach Komponenten untereinander mixen lassen – gut für alle Pfennigfuchser! Außerdem lassen sich auch stark gebrauchte Komponenten wieder flott machen und man kann ihnen bei einem neuen Projekt ein zweites Leben schenken.

Ich hoffe euch hat dieser kleine Einblick in den Aufbau eines Custom Bike gefallen. Solltet ihr Fragen haben, nur her damit!

Montag, 29. August 2016

Hey there!

Welcome on this blog! My name is Niklas Michel, more commonly just called Nikkl. Riding bicycles has been my passion since the age of 15. Alongside training and racing, my favourite hobby is tuning and building bikes.

Accordingly, on my blog you will find all about tuning, custom builds and difficult DIY repairs. Furthermore, I will share my experience concerning exotic tuning parts with all those fellow weight weenies out there. The custom bikes I work on range from an ultralight racing machine to the do-it-all gravel grinder on a shoestring. Often disliked and underestimated is thorough cleaning of the bike – to cure this I want to show you how to maintain and clean your darlings effectively.
Last but not least I'll offer you tutorials to show you how you can repair your bike quickly and cost efficient yourself.

As for now enjoy this little slideshow of things to come.
Yours,
Nikkl














Sonntag, 21. August 2016

What is stopping you?

"Wow, awesome brakes man, never seen those before!" This is a comment I hear quite often. Whether it is at the local criterium, the 24 hour race at the Nürburg Ring or whilst riding the mountains of Mallorca – a lot of people have been commenting on my brakes, enquiring how they are called or downright asking where they can buy a pair themselves.


These are EE brakes, made by Cycleworks, and perhaps the best mechanical rim brakes you can bolt onto your road bike. Obviously, they are extremely rare over here in Europe. That is the short answer. If you interested in the details, I suggest you make yourself comfortable, have a brew and read on.



Two years ago, I decided to rebuild my road bike. Accordingly, I started looking for new brakes. Previously, I had been using KCNC's C7 model. Though they are ridiculously light, they lack braking power and modulation, in my opinion. Furthermore, I felt that they proved sensitive to dirt and road grime – a bad thing when you live in the northeast of Germany and ride from early spring until the first snow falls. Thus, my requirements were high. The new brake should be light, easy to center, have a working quick release and last but not least have excellent breaking performance.
Enter Craig Edwards and his EE Brake.  It is seriously light, barely 200 grams for the set, including pads and mounting hardware. Compared to the 290 gram for a Dura Ace or 265 gram for Sram Red this is just breathtaking. When it comes to pure performance, Edwards did not cut any corners. The EE Brake is easily on the same level as the Dura Ace, displaying the same raw stopping power and modulation. Its quick release is simply ingenious and one of coolest features. Every time I have to take out a wheel, it makes me smiling. 




The EE Brake is also more aerodynamic, compared to a Standard dual pivot caliper. Racing myself and having bought into the philosophy of marginal gains, I appreciate the seconds saved here.



The centering of the brake is decent. You simple loosen a bolt, push the break gently into the right direction and tighten the bolt up again. However, in late 2014 Edwards released a new model of the EE Brake. A major improvement is the centering mechanism. Have a look yourselves.




Another change concerns the height adjustment. My EE Brake model (2010- early 2014) requires you to install the mounting bolt first. There are two mounting positions – a lower and a higher one. The brake arms themselves have only a small range of adjustment in height. This made the installation slightly more complicated. Edwards has dispensed with this feature and simply lengthened the brake arms.






Arguably one of the EE Brake's greatest features ist the design of the pad carrier. Pads are changed in seconds rather than minutes – all without the use tools. If you ride on alloy and carbon wheels, the EE brake will save you a lot of time. The only downside are the various sets of brake pads which lie around my flat, contributing to the cycling mess.


Being compatible with virtually any mechanical shifters, the brakes work with any SRAM, Shimano and Campagnolo setup – even with the newer Shimano shifters, starting with the Dura Ace 7900. You can even buy a Direct Mount variant. My friend Batman will be delighted, now that he can upgrade his stealthy Canyon Aerorad.


This all sounds very good, you may say. But what is the catch? Why am I the only guy around here riding with these brakes? There are two main reasons for this. First, the EE Brake does not come cheap – costing 630$ for the set. However, Enve Wheels, Oakleys and Rapha socks do not come cheap either and a lot of people spend their money quite happily on those things, including me. Second, only few online shops do sell EE Brakes in Europe. Both reasons come down to the fact that Cycleworks is virtually a one-man show. Edward assembles the brakes by hand in the USA. Moreover, all parts are American-born, too. Considering these facts, it is no wonder that hardly any German roadie recognizes the EE Brake.

I hope you had fun reading my little story about the EE brake and Craig Edwards. Perhaps some of you will become proud owners too. Edwards deserves it.


Many thanks to Craig for the pictures, videos and support!
For more details on the EE Brake, please check http://eecycleworks.com