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Freitag, 12. April 2019

Großer Preis der Stadtwerke Greifswald – es liegt bei uns!

Wir alle kennen das sehr trauriges Phänomen hier im Osten Deutschlands. Irgendwie finden weniger und weniger Radrennen statt. Die Liste ist lang – vom Frühjahrsklassiker Berlin- Bad Freienwalde- Berlin über das Schäferbergrennen bis zum Kriterium auf dem Knorr-Bremse Gelände  in Berlin. Die Gründe dafür sind vielfältig, aber oft werden die nötigen Absperrungen nicht mehr genehmigt, bzw. wird keine Polizei dafür abgestellt.

Umso erfreulicher ist es, dass es dem Team Radsport (Abteilung der HSG Uni Greifswald) in Zusammenarbeit mit den Greifswalder Stadtwerken gelungen ist, ein neues Radrennen auf die Beine zu stellen. Es findet am 1. Mai 2019 im Rahmen des Greifswalder Fahrradfestes im Stadtteil Schönwalde I statt. Dort geht es dann die Lomonossowallee hinauf und herunter. Alteingesessene Greifswalder werden sich sicherlich erinnern, wie hier seinerzeit Karts am Kampftag der Arbeiterklasse um die Wette fuhren. Wir werden also auf einer historischen Rennstrecke unterwegs sein.

Folgende Rennen wird es geben. Ich bin mir sicher, dass da für jeden etwas dabei ist.


Fette Reifen Rennen für Kinder



Verschiedene Lizenzklassen


Hobbyrennen für Jedermann



Fixed Gear ("Face the Race Cup")

Nun liegt es uns, zahlreich zu erscheinen und damit zu zeigen, dass es sich lohnt, solche coolen Events zu organisieren. Dabei muss man ja gar nicht selbst im Kreis fahren – zuschauen und fachsimplen kann auch schön sein. 

Wir sehen uns dann am Tag der Arbeit :)

Ps. Meldung zu den Rennen und mehr Infos hier →→ Großer Preis der Stadtwerke Greifswald




Freitag, 29. März 2019

Spring is here

We have all waited so long, spent our time on Zwift or endured those cold, wet and miserable winter miles, but now we have made it. Spring is here and every day it is getting warmer and more lovely to just go out and ride. We are deserving the fresh green, beautiful colours and smells of those flowers and the fair air. I while ago I have made two videos for a bit of extra motivation – one of cyclocross and of road riding. Enjoy ;)

Thanks to Niklas Bredenbeck for the cutting work!


And in case videos are not to your taste, here are two photographs of the same rides from Instagram.




Mittwoch, 4. Oktober 2017

Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.

Es gibt Zeiten, da ist dieses alte Sprichwort einfach die beste Beschreibung der eigenen Lage. Und so ging es mir in letzter Zeit: Längere Krankheit Ende Juli, danach Urlaub und danach prompt wochenlang wieder gekränkelt. Natürlich hat meine Form darunter stark gelitten. Mein letztes Rennen hatte ich Mitte Juli in Mittenwalde, wo ich zum ersten Mal überhaupt seit meinem Einstieg in die Jedermannszene ein Rennen aufgeben musste. Dort hatte ein, meiner Meinung nach, schlecht designter 100%iger Kopfsteinplasterkurs mein Rad ausgeknockt. Auch auf die Uckermärkische Meisterschaft, eines meiner Lieblingsrennen, das Mitte August stattfand, musste ich leider verzichten. In Folge des geringen Trainingsumfanges der letzten Monate habe ich dann auch ein paar Kilo zugelegt. Mein Rad hat im gleichen Zeitraum auch draufgepackt – denn ich habe die Zwangspause genutzt, um mein altes treues Canyon F10, in seiner Rolle als Racebike, durch ein Planet X EC-130e Aerorad zu ersetzen. Einige von euch haben es vielleicht auch schon auf Instagram gesehen.

 Mein altehrwürdiges 2005er Canyon F10

 Mein neues Baby ... ein Planet X EC-130e

Natürlich wollte ich diese Saison zumindest noch ein Rennen fahren und nach Möglichkeit nach einmal aufs Podium springen. Selbstredend kann man ein neues Racebike auch am besten auf der Rennstrecke einweihen. Dafür boten sich die Ullmax Radsporttage ideal an. Diese finden jedes Jahr an einem Septemberwochenende in der Nähe von Greifswald statt. Am Samstag werden Zeitfahren veranstaltet und am Sonntag Kriterien, bzw. Rundstreckenrennen. Am Samstagabend gibt es außerdem noch eine kreative Rennveranstaltung. Mittlerweile treten hier Lizenzfahrer, Fixed Gear und Hobbyfahrer in ihren jeweiligen Klassen an. Persönlich finde ich es gut, dass es nicht die üblichen Jedermannrennen gibt. Die Unterteilung in Hobby- und Lizenzrennen ist viel fairer und inklusiver – können hier Anfänger und  Gelegenheitsfahrer doch viel schneller Anschluss finden. Außerdem vermeidet man die übliche Dominanz durch Pseudo-Profis und Aufstiegsverweigerer, die mal so gar nichts mehr mit Hobby und "Jedermann" zu tun haben. Klasse finde ich besonders, dass auch unsere Fixiefreunden auf ihre Kosten kommen. Wie es mir und meinen Freunden letztes Jahr bei diesem Rennen ergangen ist, könnt ihr hier nachlesen.
Unter Freunden
Leider musste dieses Mal letztlich auf einen Start beim Zeitfahren verzichten. Ich hatte gar keine andere Wahl, da mein Infekt einfach noch nicht auskuriert war und mir das Thermometer noch am Freitagmorgen eine Körpertemperatur von 38,2 Grad bescheinigte. Zwar war am Abend alles im grünen Bereich, aber ich habe lieber Vorsicht walten lassen – wir alle kennen die Gefahr einer Herzmuskelentzündung.
Am Sonntagmorgen ging es mir auch nicht wirklich perfekt, mir war leicht übel und ich hatte einfach keinen Hunger. Hunger habe ich eigentlich auch nie am Morgen eines Renntages. Naja, das Frühstück konnte ich dann auch nicht für mich behalten uns es endete dann im Klo. So war dann der einzige Sprit ein wenig Kürbissuppe, ein trockener Toast, eine Menge gesüßter Pfefferminztee und das wohlschmeckende Preracegel.


Los geht's!

Erstaunlicherweise fand ich mich dann doch pünktlich an der Startlinie wieder. Wie eigentlich immer hier im Nordosten war das Starterfeld recht überschaubar – schließlich ist Mecklenburg Vorpommern das am dünnsten besiedelte Bundesland. Dennoch bedeutet das keinesfalls, dass hier langsam gefahren wird. Im Gegenteil ... als Fischkopf, der stets alleine gegen den Wind kämpft oder an der Windkante segelt, entwickelt man irgendwann eine recht ansehnliche Tempohärte. Auch trat die HSG Uni Greifswald wie eh und je in erdrückender Übermacht an – keine Überraschung, schließlich sind sie ja der Ausrichter. Der Rest des Starterfeldes bestand aus Einzelstartern. Selbstredend waren auch die drei Erstplatzierten des Zeitfahrens vom Samstag am Start (Andreas Wolframm, Erik "Ete" Gutglück, Dirk Holz) – schließlich gab es ja auch eine Omniumwertung zu gewinnen.

Die blaue Übermacht in Aktion!

Kaum war der Startschuss gefallen ging dann auch schon die Post ab. Dirk probierte sich sofort von vorne abzusetzen, wobei ich mich an seinem Hinterrad festgebissen hatte. Allerdings roch die HSG den Braten und so wurde diese erste Attacke schnell neutralisiert. In der Folge ging es dann hin und her. Immer wieder kam es zu Tempoverschärfungen, aber dann zu den unausweichlichen Kontern. Schließlich vereinbarte ich mit Ete eine weitere Attacke und so trat ich erneut auf der Gegengrade an. Augenblicklich sprang Dirk dazu und übernahm dankenswerterweise die Führung – schließlich ging meine Herzfrequenz mit über 200 Schlägen erneut durch die Decke. Der Schmerz und die krassen Werte, die hier über meinen Garmin flimmerten, waren ein kleines Déjà-vu an ein Kriterium 2016 in Teltow.  Nun gesellte sich noch Mark Albrecht zu unserem Trio und die Fluchtgruppe stand. Beinahe wäre die Euphorie zu früh gewesen, aber eine neuerliche Tempoverschärfung von Dirk brachte uns einen knappen Vorsprung.

Gruppe steht!

Der Abstand wuchs aber nicht wirklich nennenswert an, was auch daran lag, dass unsere Gruppe nicht wirklich gut harmonierte. Dirk hatte einfach eine exzellente Form und leistete ordentlich Führungsarbeit. Er hatte ja auch schon ganz schnell gezeigt, wer heute die Hosen an hat. Natürlich bin ich in meinem üblichen Stil ans Maximum gegangen und habe ordentlich gepusht, im Rahmen des an diesem Tage möglichen. Ete hielt sich allerdings etwas zurück, wollte er taktisch clever doch, dass Dirk sich verausgabt und sich so die Möglichkeit für den Sieg in der Omniumswertung erhalten. Außerdem waren seine Jungs noch in voller Stärke in der Verfolgergruppe vertreten, womit er auch mit einem erneuten Zusammenschluss hätte leben können. Leider ließ auch Mark die eine oder andere Führung aus. Dies zusammen regte Dirk und insbesondere mich dann etwas auf und ich konnte nicht ganz an mich halten. Mein Gemeckere verfehlte zum Glück auch seine Wirkung nicht und in gemeinsamer Arbeit konnten wir dann auch auch zu viert den Vorsprung wieder ausbauen. Allerdings riss recht schnell der alte Trott wieder ein und Dirk und ich leisteten erneut den Löwenanteil der Führungsarbeit. Dirk hatte jetzt offensichtlich die Faxen dicke und griff an. Mit lieber Not konnte ich mich an sein Hinterrad klammern und auch Ete schaffte den Sprung. Nun waren wir zu dritt und zumindest war das Podium gefühlt schon sicher. Mark wehrte sich tapfer wurde aber zwei Runden später von der Verfolgergruppe geschluckt.

Es wird attackiert.

Hinten wurde aber keineswegs lockergelassen. So war es dann auch wenig verwunderlich, dass unserer inzwischen doch entspannter Vorsprung schon wieder zusammenschrumpfte. Das lag erneut am Rumtaktieren, je näher wir der letzten Runde kamen. Ete wollte unbedingt gewinnen und ließ dementsprechend die eine oder andere Führung aus, um Körner für den Schlussspurt zu sparen. Durchaus nachvollziehbar, wirkte Dirk doch übermächtig. Aber auch er spielte das gefährliche Spiel der wechselseitigen Attacken und des Tempoverschleppens mit. In der vorletzten Runde wies ich meine geschätzten Kollegen dann mehr oder weniger dezent auf die schnell näher kommenden Verfolger hin.

Bloß nicht noch auf der Zielgrade eingeholt werden – es wäre nicht das erste Mal...

So fuhren wir die letzten beiden Runden wieder ordentlich und konnten uns die anderen knapp vom Leib halten. Ungünstigerweise bog ich als erster auf die Zielgrade ein, musste also von vorne spurten. Die beiden anderen zogen auch prompt vorbei. Fairerweise hätte ich aber Dirk auch gar nicht abspurten wollen – denn er hatte die Gruppe maßgeblich ermöglicht und den Sieg so mehr als verdient. Ete wollte es aber wissen und hatte auch noch die Körner dazu, rutschte dann aber kurz vor dem Zielstrich aus der Pedale. Eventuell hätte ich da noch vorbeiziehen können, wollte aber nicht das Risiko eines unnötigen Sturzes eingehen.

Eine eindeutige Entscheidung.

Somit musste ich mich am Ende mit einem dritten Platz begnügen. Ich hatte also allen Widrigkeiten zum Trotz das Minimalziel Podium erreicht. Dennoch war ich etwas enttäuscht, hatte ich doch die letzten beiden Jahre das Rundstreckenrennen gewonnen und hätte sehr gerne einen Hattrick gelandet. Eventuell wäre auch noch ein zweiter Platz drin gewesen, wäre die Führungsarbeit gerechter verteilt gewesen. Der verdiente Sieg wäre Dirk aber mit Sicherheit dieses Mal nicht zu nehmen gewesen. Und wie heißt es so schön: "Hätte, hätte, Fahrradkette!" So konnten wir dann gemeinsam zu dritt eine gelungene Flucht auf dem Podium feiern. Wobei Ete und Dirk auch gleich stehenbleiben konnten für Platz eins und zwei der Omniumswertung.

Brothers ins arms.

Interessant ist im Nachhinein auch die nüchterne Betrachtung der Zahlen: Wenn man das Rennen mit dem letztjährigen auf Strava vergleicht, sieht man, dass ich letztes Jahr beinahe 40 Watt im Schnitt mehr leisten konnte. Trotzdem war ich 2016 danach nicht  annähernd so erschöpft wie dieses Jahr. Das einzige Rennen mit einer subjektiv ähnlichen Anstrengung war das Kriterium in Teltow 2016 bei 30 Grad im Schatten, welches bezeichnenderweise dann auch den gleichen Sufferscore aufweist. Dort konnte ich aber  trotz zweier Haarnadelkurven (genauer gesagt einer Wende und einem Kreisel) , die die  Durchschnittsleistung erheblich drückten, dennoch 20 Watt mehr leisten. So bin ich voller Zuversicht, dass ich nächstes Jahr bei besseren Rahmenbedingungen wieder mit um den Sieg kämpfen werde – sowohl im Rundstreckenrennen, als auch im Omnium.

Rundstreckenrennen Ullmax Radsporttage 2016

Rundstreckenrennen 2017

Rennen Teltow – Maximalpuls 207, Durchschnitt 192!
Radsport ist halt kein Fußball ;)

Mein besonderer Dank gilt natürlich wieder einmal der HSG Uni Greifswald, die jedes Jahr dieses tolle Event überhaupt erst ermöglicht. Beste Grüße auch an all die anderen Fahrer und meine Fluchtgenossen – es hat mir richtig Spaß gemacht und ich hoffe euch alle das nächste Mal wieder hier zu treffen :)





Samstag, 15. Oktober 2016

Pictures of the month 2

Photo: Velox Berlin

Photo: Velox Berlin



Photo: OSC Cyclingteam Potsdam

Photo: Martin Peters (BRC Endspurt)

Photo: Martin Peters (BRC Endspurt)

Samstag, 8. Oktober 2016

Blut, Schweiß und Tränen

Im Radsport kann eine Reifenbreite über Sieg oder Niederlage entscheiden. In einem Moment ist man im Endorphinrausch und im nächsten in einer Welt voller Schmerzen. Wohl noch nie habe ich ein solches Wechselbad der Gefühle erlebt, wie beim 2. AWH Straßenrennen am letzten Montag bei Halle. Für das verlängerte Wochenende um den Tag der Deutschen Einheit war ich nach Leipzig zu meiner Freundin gefahren. Schon die lange Autofahrt war begleitet von Sturm und Starkregen. Am Montagmorgen herrschte dann feinstes englisches Wetter. In Schkopau angekommen stellte ich dann erfreut fest, dass ich heute zusammen mit Ingolf fahren würde. Wertvolle Tipps gab uns Thorsten Riedel, der schon vor uns gefahren war – auf noch trockner Straße.





Die kurze Regenpause während des Warmfahrens gab dann aber nur der falschen Hoffnung auf ein trockenes Rennens Vorschub. Pünktlich zum Start setzte der Regen wieder ein. Fünfmal galt es den hügligen Kurs auf dem Gelände der Abfallwirtschaft Halle zu bewältigen, der einen knackigen Anstieg aufwies. Zwei Fahrer vom Team Radmitte versuchten früh das Rennen schnell zu machen. Allerdings führte dies noch nicht zu einer Selektion. Mittlerweile wurde auch der Regen wieder stärker. Nun wollte es Ingolf wissen und attackierte. Niemand ging mit und so konnte ich die anderen Fahrer piesacken, mit Sprüchen wie "Der zieht durch!" oder "Passt auf, den seht ihr nicht wieder!". Ingolf konnte sich einige Kilometer bis in die selektive Steigung hinein vorne halten. Schließlich erfolgte doch eine weitere Attacke, bei der ich mitging. Am Ende des Anstiegs erfolgte eine weitere Attacke  durch Roman Kaden (RadMitte Straßenteam), Rene Sachse (RC Gera '92) und Alexander Burggraf (RS Querfurt). Mir gelang es noch an die Gruppe heranzuspringen.





Schnell gelang es uns einen Vorsprung herauszufahren. Leider mussten Roman und meine Wenigkeit den Löwenanteil der Führungsarbeit leisten, da unsere Mitfahrer schon am Anschlag waren. Aufgedreht wie ich an dem Tag war, habe ich auch ein wenig geflucht und gemeckert – tut mir Leid Jungs, das war wirklich nicht böse gemeint! Dementsprechend schmiedeten Roman und ich den Plan, die beiden in der nächsten Runde am Hügel abzuhängen. Wie gesagt so getan, mit ihm am Hinterrad spurtete ich den Anstieg hinauf und riss eine Lücke.




Die letzten beiden Runden konnten wir uns nun die Arbeit brüderlich teilen, zumal wir beide absolut ebenbürtig waren. Am Ende hoben wir die Entscheidung für den Schlussanstieg auf – den ich im spontanen Anflug von Größenwahn auf dem großen Blatt in Angriff nahm, in der Hoffnung meinen Fluchtgefährten abhängen zu können. Oben angekommen waren wir beide völlig am Ende, aber immer noch zusammen. Daraufhin ließ ich Roman nach vorne, da ich auch einfach nicht mehr konnte. Er fuhr dann auch als Erster um die letzte Kurve. Den schicken goldenen Pokal vor Augen, probierte ich im Tigersprung doch noch nach vorne zu kommen. Schlussendlich lag Roman dann doch zwei oder drei Reifenbreiten vorne, aber das sollte einen Augenblick später keine Rolle mehr für mich spielen.



Denn als ich meinen Blick von den der Straße hob, sah nur noch eine Leitplanke auf mich zurasen. In diesem Moment schoss mir nur noch eine Frage durch den Kopf: Drüber oder drunter? Instinktiv entschied ich mich für die letztere Alternative. Folglich probierte ich zu bremsen und leicht gegenzusteuern, wobei ich auf dem spiegelglatten Asphalt wegrutsche. Zusammen mit meinem Rad schlitterte ich unter die Leitplanke, nur erwischte ich auch noch den Pfosten derselben. Nun lag ich da und alles tat weh. Ich konnte nur Blut überall an meinem rechten Bein sehen. Sofort war auch Hilfe da. Man legte mich auf eine Trage und ich bekam noch mit, wie ein weiterer Fahrer in mein wieder aufgerichtetes Bike fuhr – alles Gute kommt halt immer zusammen.
Die Freunde von der DLRG haben mich dann  im Rettungswagen erstversorgt. Alle kümmerten sich rührend um mich, besonders der Rennorganisator Günther Pötzsch und dessen Frau. Nachdem Ingolf sich noch mit vollem Einsatz den 6. Platz gesichert hatte, nahm er an meiner Stelle an der Siegerehrung teil und brachte mir Blumen und Siegprämie in den Krankenwagen. Recht bald ging es dann auch in einen anderen Rettungswagen und mit Blaulicht ins Unfallklinikum. Dort stellten sich die Verletzungen schließlich als recht harmlos heraus – ein Haufen Prellungen und fiese Schürfwunden. Währenddessen hatte Herr Pötzsch mein Auto sicher abgestellt und holte meine Freundin und mich anschließend aus dem Krankenhaus ab. Hier nochmals ein ganz großes Dankeschön dafür!
Am Ende des Tages konnte ich auch nach Hause fahren. Auch mein geliebtes Canyon F10 hat den Crash überlebt. Glückwunsch auch noch mal an Roman – sein lesenswerter Rennbericht ist hier verlinkt. Euch allen viel Spaß in der Offseason, bzw. Crosssaison, und weiterhin sturzfreies Radfahren!
Euer Nikkl


Mittwoch, 28. September 2016

Unter Freunden

Samstag nachmittag in Vorpommern, im Schatten einiger Windräder: die Ullmax Radsporttage gehen los, ich bin für Velox Berlin am Start. Das zweitägige Event findet jedes Jahr im September in Loitz bei Greifswald statt. Die HSG Uni Greifswald organisiert am Samstag ein Zeitfahren und am Sonntag ein Rundstreckenrennen, bzw. Kriterium. Beide Rennen zusammengenommen gehen in eine Omniumwertung ein. Dabei fahren Lizenzfahrer und Hobbysportler jeweils ihre eigenen Rennen – im Gegensatz zum allgemeinen Trend der Jedermannrennen. Wie schon letztes Jahr sind auch diesmal Tobias Tetzlaff und seine Freundin Rebecca Sadowsky zu Besuch. Während Tobias das Lizenzrennen für das Team Embrace the World in Angriff nimmt, hält Rebecca alles auf der Kamera fest.

Zunächst geht es am Samstag zum Einzelzeitfahren nach Dersekow. Die Startzeit ist sehr studentenfreundlich um 16 Uhr. Demnach gehe ich tiefenentspannt an die Startlinie. Leider weht ein für Norddeutschland typischer strammer Wind. Somit muss ich die ganzen 14 Kilometer kämpfen, um das Rad gerade zu halten. Schlussendlich reicht es nur für den 5. Platz im ungleichen Kampf –  ich auf dem Straßenrad gegen die Konkurrenz auf Zeitfahrrädern.


Zuvor hat sich Tobias mit einer fulminanten Energieleistung den 7. Platz gesichert und das gegen die Konkurrenz aus dem ganzen Bundesgebiet. Allerdings sind wir beide danach so am Ende, dass wir das coole Paarzeitfahren in der Dämmerung sausen lassen. Sei es drum! Es gibt genug zu erzählen, schließlich haben wir uns seit dem Frühjahr nicht gesehen und sind schon als Teenager gemeinsam in ganz Deutschland von Radrennen zu Radrennen getingelt.


Nun ist es Sonntagmittag und ich war wohl noch nie so pünktlich zu einem Radrennen, wie heute in Loitz. Aber wir sind zu viert. Rebecca möchte gern Fotos vom Fixed Kriterium machen, das zum ersten Mal bei den Ullmax Radsporttagen ausgetragen wird. Während also Tobias und ich uns warmfahren und über Material philosophieren, sind Rebecca und meine Freundin fleißig am Fotografieren.


Tobias muss zuerst an die Startlinie und darf vorlegen. Und es geht spektakulär zur Sache! Tobias hat mit dem Wind zu kämpfen und der starken Konkurrenz – als Einzelstarter gegen mehrere Teams. Immer wieder versuchen sich einzelne Fahrer abzusetzen, aber Tobias fährt aktiv und clever mit. Schließlich bildet sich 12 Runden vor Schluss die entscheidende Gruppe und er stößt im letzten Moment dazu. In der vorletzten Sprintwertung kann Tobias die ersten Punkte einsammeln. Somit muss er den Schlussspurt für sich entscheiden, um sich einen Platz auf dem Podium zu sichern. Er packt es dann auch und wird so 2. in der Tageswertung.



Nun muss ich aber nachlegen! Schließlich gilt es das Rundstreckenrennen der Hobbyklasse zu gewinnen – will ich mir die Chance auf einen Podiumsplatz in der Omniumwertung erhalten. Außerdem feuert mich ja meine Freundin an, es muss also klappen! Der Kurs führt über 2,4 flache Kilometer rund ums Solarfeld und muss 16 Mal absolviert werden. Wie schon am Samstag ist das Starterfeld überschaubar, aber qualitativ stark besetzt.



Schon nach wenigen Runden kann ich mich mit einem weiteren Fahrer, Maik Möller, absetzen. Wir harmonieren gut, wobei ich den Löwenanteil der Führungsarbeit übernehme. Im Gegenzug verspricht mein Fluchtgefährte mir den Sieg zu überlassen. Zwei Runden vor Schluss können wir die anderen Fahrer vor uns sehen - wir haben damit fast 4 Minuten Vorsprung herausgefahren. Wir sehen aber davon ab auf das Feld aufzufahren und lassen es die letzten beiden Runden gemütlicher angehen.


Schließlich lässt mich Maik den Showsprint gewinnen. Somit kann ich mir den Tagessieg sichern und zum zweiten Mal in Folge das Rundstreckenrennen in Loitz gewinnen. Am Ende belege ich in der Omniumwertung Platz 2 hinter Maik, der mich im entscheidenden Zeitfahren um wenige Sekunden geschlagen hatte. Dritter wird Jan Miltzow (HSG Uni Greifswald). 



Tobias schafft auch noch den Sprung auf das Podium und wird Gesamtdritter in der Lizenzklasse. Somit sammelt er einen weiteren Podestplatz für das Team Embrace the World – ein tolles Projekt, das die Welt durch Radfahren ein wenig verbessern will. Mein Dank gilt hier auch der HSG Uni Greifswald, die eines der wenigen Radrennen hier in Mecklenburg Vorpommern organisiert. Besonders schön ist es, dass es neben den getrennten Veranstaltungen für Hobbyfahrer und Lizenzfahrer auch ein Kriterium für Fixies gab. Dank dessen haben noch etwas mehr Zuschauer und Teilnehmer den Weg nach Loitz auf sich genommen. Hoffentlich finden nächstes Jahr noch mehr von euch den Weg in den Norden und wir können dann gemeinsam die Reifen qualmen lassen!



Ein großes Dankeschön an Rebecca Sadowsky für die tollen Fotos!

Velox Berlin

Team Embrace The World Cycling

Montag, 5. September 2016

Pictures of the month 1



Foto: Jens-Ole Tietje

Foto: Norbert Röstel (Velox Berlin)

Foto: Norbert Röstel (Velox Berlin)

Foto: Susanne Triesch

Foto: Rebecca Sadowsky

Foto: Rebecca Sadowsky